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Team 1: Bericht zum Transalp 2007
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Team 1: Bericht zum Transalp 2007
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Sonntag, 15.7.2007 - Tag 5

Sellajochhaus - Friedrich August Weg - Schlern - Karerpass 

 

Friedrich August Weg Auch heute kannte ich einen Teil der Tour. Der Friedrich-August-Weg war mir aber deutlich fahrbarer in Erinnerung. Allerdings befuhr ich ihn letztes Jahr in der anderen Richtung. Auch hier konnten wir uns schon vorstellen, wie sich die Gruppe 2 drüberquälen würde. Bis kurz vor dem Passo Duron kannte ich den Weg, dann ließ sich Herbert mal wieder voreilig von einem Schild irreleiten. Mein Gemoser von hinten nahm Dieter zum Anlass doch lieber nochmals genau die Schilder mit den Karten abzugleichen. Wir nahmen dann den kürzesten Weg zum Mahlknechtjoch. Schon unten konnte man eine elend steile Rampe mit Beton sehen. Den ersten Teil mit 20% Steigung schaffte ich noch radelnd, dann sparte ich mir die Kraft und schob auch hoch. Allzu viel Höhenmeter waren es nicht und oben erwartete uns die Tierser Alphütte mit einem Happen Kraftfutter.

 

 

Auf der Schneid Darauf folgte ein viele zu kurze Abfahrt auf einem gut fahrbaren Trail Richtung Roterdspitze. Ab dann ging das Schieben los. Nicht mal Herbert zeigte sich angesichts der Schieberei und Schlepperei begeistert. Und das heißt wirklich was! Uns erwarteten gut 300 Hm Tragen und Schieben. Nach der Umrundung der Roterdspitze übersahen wir das Hochplateau: eine hässliche Steinwüste, in der Ferne konnte man das Rif Bolzano (die sog. Schlernhäuser) sehen. Der Weg dort hin war allerdings sehr rumpelig und machte nicht wirklich Spaß. Immer wieder musste man über grobe Brocken sein Rad schieben. Bei den Schlernhäusern fragten wir zwar nach, welchen Weg die anderen Radler zur sog. Sessel Schwaige nehmen würden, aber wir entschieden uns doch dagegen. Der Weg 2 war insgesamt länger und damit im Schnitt dadurch weniger steil. Tja - eine echte Fehlentscheidung.

 

 

Abstieg zur Sesselschwaige Es fing schon mit einem rumpeligen, kaum vorhandenen Pfad durch die Almwiesen an. Später wurde der Weg zwar flacher, war aber oft nicht breiter als 20-30 cm, von groben Wurzeln und Steinen nur so durchsetzt, so dass wir mehr schoben als rollerten. Zudem hatten wir noch den Abzweig zur Sessel Schwaige zu finden, welchen wir unbedingt erwischen mussten. Dieter muss hier irgendwo mal einen folgenlosen Salto vom Rad geschlagen haben. An der sogenannten Bärenfalle durften wir unsere Räder dann bergab tragen, einen Bach queren und drüben das Rad wieder hoch schleppen. Dabei vertrat ich mir beide Knöchel. Mein rechter Knöchel tut 10 Tage später noch weh. In der Sessel Schwaige war der Wirt völlig entsetzt wie man nur den völlig ungeeigneten Weg 2 nehmen konnte, Weg 1 konnte man zu ca. 80% fahren. Tja - jetzt half uns diese Erkenntnis auch nicht mehr. Wir waren völlig gefrustet und erschöpft.

 

 

Knüppelsteig Immerhin konnte Herbert mit der Info aufwarten, dass uns nun ein guter Fahrweg erwartet. Tja - wie konnte er nur so daneben liegen? Meiner Einschätzung nach kam hier nur ein sechsbeiniges Krabbelmonster hoch. Wir durften unsere Räder weiterhin bergab schieben. Die Laune sank auf den Gefrierpunkt. Auch weiter unten wurde es nicht besser. Am Ende schätzte ich das Runterschleppen auf 500-600 Hm. Der Knüppelsteig sah zwar wirklich nicht schlecht aus, war aber diese Mühen nicht wert. Herbert fuhr darauf voran, ich wurde vom Weg als letzter durchgerüttelt. Ohne Federungen unfahrbar! Die Querbalken waren dermaßen holprig vernagelt, dass man zu tun hatte, auf Kurs zu bleiben. Nach langem Weg kam dann endlich wieder eine Forststrasse, der wir flotter folgen konnten. Wir mussten dann am Ghf. Schönblick den Weg 6u suchen. Das war nicht weiter das Problem. Herbert's Nachfrage zum Weg nach St Zyprian bei zwei älteren Damen führte bei denen aber zu großem Gelächter („jaja - auf dem Weg kommen Sie schon irgendwann auch nach St Zyprian"). Das gab uns zu denken. Dabei war der Weg wirklich okay. In St. Zyprian füllte ich an einem Brunnen mein Wasser auf. Die Hitze machte einen fertig - wir hatten über 30 Grad im Schatten. Ein Anruf bei Manfred ergab, dass die Gruppe 2 kurz hinter uns in Tiers angekommen war. Sie hatten aber nicht mehr die Kraft bis zum Karerpass zu kommen. Damit trennten sich nun die Wege der beiden Gruppen. Wir kurbelten den Nigerpass hoch. Herbert hatte mit einem Male kein Wasser mehr und fragte bei mir nach. Ich hatte noch genau einen halben Liter, der würde mir gerade so reichen bis zum Karerpass. Ich konnte ihm also auch nicht weiterhelfen. Am Nigerpass fuhr ich deswegen raus zur Hütte und bestellte gleich einen ganzen Liter Mineralwasser. Dieter hatte das nicht mitbekommen und wäre um ein Haar durchgefahren. Herbert verweigerte das Wasser gleich und verleibte sich etwas mit mehr Gehalt ein: eine Stück Schwarzwälder Kirsch und ein Radler.

Nun kam das letzte Stück zum Karerpass. Herbert und ich votierten dort zu einer Abfahrt nach Moena, Dieter riet, wenigstens nachzufragen, wie teuer eine Unterkunft sei. Ich ging ins Golfhotel. Die gute Frau konnte nicht mal Deutsch - prima. Also musste ich meine paar Brocken italienisch nutzen. Nun ja - 56 Euro war ein stolzer Preis. Nach der letzten Absteige wollten wir aber unbedingt was ordentliches. Dieter wollte dann bei der Pizzeria Antermont nach dem Appartement fragen. Als ich meinte, dass die im Hotel schon kein Deutsch konnten wurde ich wieder an die Front gebeten. Der Wirt konnte aber perfekt Deutsch und bot uns eine ganze Ferienwohnung zu 42 Euro pro Nase an. Ich war ganz hin und weg. Als Herbert in die Wohnung kam, fragte er angesichts des großen Platzangebots: „Und wo sind wir hier?!" Die beiden konnten kaum glauben, dass die ganze Wohnung unser war. Der Wirt war erstens total nett, zweitens das Essensangebot hervorragend (Riesenportionen) und der Preis wirklich günstig. Eine echte Empfehlung! (Auch das Frühstück am nächsten Morgen war echt prima!) Am Abend musste ich mir beim Gähnen von Herbert dann ein: „Ist der Bubi müüüüde?" gefallen lassen. Er hatte recht: ich war hundemüde nach diesem Tag!