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Rund um Wertach
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Rund um Wertach
Tourbericht
 

 

Tourbericht  (geschrieben von Ralf)

 

01_-_start_in_kapplWir trafen uns alle am Parkplatz bei Kappel kurz vor 9 Uhr. Es gab dank unserer weiblichen Begleitung nochmals Kaffee und Kuchen für alle. Ziemlich exakt um 9 Uhr ging es bei noch sehr frischen Temperaturen über Bayerstetten und Reichenbach zum ersten Aufstieg. Ab diesem Punkt bestimmte mich Manfred zum Tourfotografen. Die ersten nicht ganz 400 Hm standen uns bevor. Wie nicht anders zu erwarten zog sich unser Grüppchen dabei in die Länge. Bis zur Stubental-Alpe gab's keinerlei fahrerische oder technische Probleme. Einzig eine kleine Brücke eines Zulaufs des Reichenbachs sollte man lieber nicht durchfahren. Die Laune war bei allen Teilnehmern angesichts der fantastischen Landschaft und des tollen Wetters bestens.

Nun kam die Abfahrt auf Teer nach Jungholz dran. Ich hielt zwischenzeitlich an, um die Landschaft zu fotografieren. Deshalb ließ ich die anderen passieren. Dabei standen die Ersten auch nur zwei Kehren weiter unten. Als ich dort ankam erfuhr ich, dass unser vom Pech verfolgte Tourguide Manfred gleich vier aus dem Felgenband ausgerissene Speichen am Hinterrad hatte. f276_abfahrt_v_alpe_stubental Die Verzweiflung war Manfred anzusehen. Angesichts des Schadens war klar, dass für ihn die Tour gelaufen war. Nachdem ich selbst ja öfters alleine unterwegs war, wurde mir nun die Tourleitung übertragen. Prima - und ich hatte noch nicht mal einen blassen Dunst, wo die Tour entlang führte. Meine nicht umgesetzten guten Vorsätze nur noch mitzufahren, wenn ich selbst die Route im Groben kannte, rächten sich nun grausam.

Manfred beschloss sein Rad Richtung Gundhütte zu schieben und sich bis Pfronten durchzuschlagen und dort einzukehren und auf uns zu warten. Natürlich hielten sich hässliche Gerüchte, Manfred habe sich nur vor der Tour drücken wollen, seine Speichen manipuliert und sich so einen geruhsamen Nachmittag im Biergarten gesichert.

  Wie die Jungfrau zum Kinde führte ich nun meine Schäfchen erst nach Habsbichl und dann an der B310 Richtung des Örtchens Bichel. Angenehmerweise verlief gleich neben der Bundesstrasse ein Weg, den ich dann ansteuerte. Dabei hätte es mich dann um ein Haar bei Tempo 30 vom Rad gefegt. Beim Spurwechsel übersah ich einen gespannten Draht zwischen den Pflöcken und konnte mich nur durch eine Notbremsung retten.

g279_herbert_radlergruppe_einfahrt_bichel Bichel war leicht zu finden, einfach dem kleinen Kiesweg folgen und auf die Schilder achten.. Anschließend war unser nächstes Ziel die Stützelsäge. Wir fuhren auf einer kleinen Teerstrasse, was auch meiner Karte entsprach. Dann aber wurde daraus eine Schotterpiste und ich verlor völlig die Sicherheit, mich auf dem richtigen Weg zu befinden. Alle Wegweiser halfen mir nicht weiter, nur der Nachwuchs eines Waldbauers bestätigte mir, dass die Stützelsäge erst noch käme. Meine Schäfchen folgten mir im blindem Vertrauen auf meine gar nicht vorhandene Wegkenntnis. Als wir dann auch noch im Wald landeten waren meine Zweifel kaum noch zu beschreiben. Nach Rücksprache mit dem eigentlichen erfahreneren Herbert beschlossen wir dann aber unser nächstes Ziel, die Schnitzlertalalpe direkt anzusteuern. Die anderen, namentlich Anneliese, Petra, Pankraz und Siggi wiegten sich wohl immer noch im Glauben, ich sei auf dem richtigen Weg.

i284_petra_rampenauffahrt_schnitzlertalalpeDer Weg war stellenweise etwas steil, aber für die meisten von uns komplett befahrbar. Die Wege waren ganz normale Forstwege. Nach einem steileren Stück stießen wir dann - für uns mitten im Wald - wieder auf eine Teerstrasse. Endlich waren wir wieder auf dem korrekten Weg zur Schnitzleralpe. Jetzt ging es mit meist 10-15% bergan. Auch unsere Mädels hielten das tapfer durch.

Oberhalb der Alpe machten wir dann eine Mittagsrast. Petra war enttäuscht, wäre gerne eingekehrt.

Die Weiterfahrt auf dem Weg wäre kein Problem gewesen, wenn, ja wenn da nicht der liegengebliebene Schnee gewesen wäre. So durften wir immer wieder durch Schnee stapfen, zum Glück nur kurze Stücke. Am Joch erwartete uns dann ein herrlicher Ausblick runter nach Jungholz und auch keinerlei starken Wind.

l289_radlergruppe_am_jochDie Karte von Manfred deutete ich, dass wir nun scharf nach links sollten. Leider widersprach das aber der Beschilderung. Wir entschieden uns deswegen nach dem Joch rechts abzubiegen und der Beschilderung zu folgen. Pankraz und Herbert kannten sich hier zum Glück schon aus. Nach dem nächsten Abzweig kam ein steileres Abfahrtsstück mit groben Schotter und größeren Steinen. Das war zwar nur ein kurzes Stück, erfordert aber ein klein wenig Fahrtechnik. Petra schob lieber bergab, immer unter der Obhut ihres Manns. Die anderen fuhren das Stück bergab, was dann aber keine allzu großen Schwierigkeiten bereitete.

Nach einem weiteren kleinen Schneebrett begann ein Trail, welcher aber bis auf eine Stufe auch von mittelmäßigen Fahrern fahrbar war. Dann folgte eine Teerstrasse der übelsten Art. Sie war komplett mit feinem Kies „bestreut". Angesichts der gut 20% Gefälle war dieser Weg wirklich gefährlich zu fahren. Petra büßte ihren Mut ein Stück zu fahren dann aber mit einer Bremsung mit ihrem Allerwertesten. Es blieb aber im Rahmen einer kleineren Blessur.

o295_30proz_steigung_fichtelhuette Nun mussten wir neben der Bundesstrasse nach Unterjoch fahren und von dort nach Rehbach. Beides war leicht zu finden, die Beschilderung war vorbildlich. Der Trail von den Zehrerhöfen zur Jagdhütte war leicht zu fahren, später sogar auf Strasse. An der Jagdhütte mussten wir dann den weiterführenden Weg aber erst mal suchen. Dieser führt etwas versteckt im Nordosten der Hütte östlich an der Gaststätte vorbei.

Der Weg runter war, laut Siggi, früher eine einzige Katastrophe. In der Realität war der Weg deutlich besser. Er wurde wohl erst kürzlich renoviert und stellte keinen von uns vor Probleme. Im Rehbachtal führte uns der Weg nach Osten. Nun erwartete uns wieder eine traumhafte Landschaft.

In der Nähe der Alpe Scheidbach machten wir nochmals Pause, die Mädels fuhren nun direkt nach Pfronten weiter, wir Jungs mussten uns mal wieder beweisen, echte Männer zu sein. Zuerst stieg der Forstweg gemächlich an, wurde dann aber später ziemlich steil. Die gut 20% Steigung waren wieder auf einem mit Kies bestreuten Teerweg zu bewältigen. Einzig ich kam diesen Teil radelnd hoch. Als es wieder gemächlicher ging hielten wir uns immer nach den Schildern Edelsberg. Herbert machte mich aber dann darauf aufmerksam, dass wir eigentlich die Teerstrasse zur Stubentalalpe hochfuhren und auch den Forstweg direkt nach oben wechseln sollten, wenn wir uns an die Route halten wollten. Dies bewältigten wir dann auf einem kleinen Pfad zur Gundhütte. Sehr einfach war dann der Forstweg nach oben zu finden. Dieser führte mit 10-13% bergauf und war ein echter Krafträuber. Immerhin hatten wir nun schon 1500 Hm in den Beinen.

p297_aussicht_oberh_kappel_richtung_nord Unsere Karte erwies sich dann als veraltet, es tauchten immer wieder neue Forstwege auf, die auf der Karte nicht zu finden waren, trotzdem war der Weg nach oben gut zu finden. Zur Fichtelhütte ging es dann nochmals zwei steile Rampen hoch. Die erste war mit 20% Steigung gerade noch fahrbar, die letzte vor der Fichtelhütte mit satten 30% auf groben Schotter nur zum Schieben. Siggi war mittlerweile etwas brummeliger, ihm war die Tour nun eher etwas zu viel, dabei hatten wir es nun vermeintlich geschafft.

Herbert warnte uns schon vor, dass uns nach der Fichtelhütte ein übler Weg bergab erwartete. Das wäre er auch gewesen, wäre nicht auch noch viel Schnee dort zu finden. So fuhren wir also nicht, sondern schoben. Aber das war auch nur ein kleines Stück. Dann ging es endlich nach dem Plateau wieder bergab Richtung Kappel. Die Forstwege waren gut ausgebaut und der Weg zurück nach Kappel einfach zu finden.

Fazit: Für die Jahreszeit waren wir alle sehr fit - kein Vergleich mit dem letzten Jahr und seinem Katastrophenwinter. Die Tour kann wirklich nur empfohlen werden. Traumhafte Landschaft und tausend Möglichkeiten im Ernstfall die Tour abzukürzen oder Hilfe zu suchen. Ein Lob für unseren Tourguide Manfred zur Auswahl dieser wunderschönen Tour.