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| Grainau - Engadin - Riva (harte Tour) |
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Etappe 4: Münstertal - Bormio22.7.2006Am höchsten Punkt: Bocchetta di Forcola
Zwei weitere, absolute Highlights der diesjährigen Tour stehen heute
auf dem Routenplan. Gruppe 1 wird die Bocchetta di Forcola auf einem
wunderschönen, kilometerlangen Trail überwinden.
StationenTaufers (1240 m) - Münster (1247 m) - Santa Maria (1375 m) - Passo Umbrail (2501 m) _ Boccetta di Forcola (2768 m) - Baitta di Pedenolo (2704 m) - Lago Cancano (1884 m) - Kapelle S. Antonio (1941 m) - Premadio (1317 m) - Bormio (1180 m) Ca. 54 km bei ca. 2106 Hm
(Karte (anklicken)
Herbert startet von Taufers aus und fährt auf der Hauptstrasse bis Santa Maria. In der Ortsmitte zweigt links die wenig befahrene Fahrstrasse hoch zum Umbrailpass ab. Wenige Meter nach Passieren der italienischen Grenze zweigt rechts (an einem rostigen Eisenpfosten) ein unscheinbarer, unbeschilderter Trail ab, der an der Südflanke des Piz Umbrail entlang zügig Höhe gewinnt.
In 2786 m Höhe ist dann die Bocchetta di Forcola erreicht, der höchste
Punkt des heutigen Tages und auch der gesamten Transalptour. Nach
Überschreiten des Sattels führt der Trail auf der anderen Seite hinab
zu längst verfallenen Militärstellungen aus der Zeit von Mussolini. Der
Weg verliert dann weiter an Höhe, um dann wieder anzusteigen und bei
2704 m Höhe den Sattel der Baita di Pedenolo zu überqueren.
Von hier aus führt dann ein z.T. technisch schwierig zu fahrender (weil
z.T. verfallener) Weg hinab zum Lago Cancano. Gerade im unteren Bereich
dieses Weges wird durch die starke Ausgesetzheit des Weges zusätzlich
Adrenalin in den Körper gepumpt. Am Lago Cancano selbst treffen wir
dann auf die Route der Gruppe 2. Gemeinsam führt dann der Weg in
breiten Schotterserpentinen zum Zielort Bormio.
Tourbericht von HerbertDieter und ich hatten eine angenehme Nacht hinter uns, nicht so wohl Barbara, ihre Wunde sah nicht gut aus. Nach einem super Frühstück und der schon angesprochenen Brotzeit für die Weiterfahrt wurde noch der linke Schuh von Barbara notdürftig repariert. Für eine ordentl. Reparatur fehlte eine passende Schraube, die war in dieser Ecke der Alpen nicht zu finden. Das Hauptproblem war aber die Wundversorgung bei Barbara. Ziel war jetzt das Krankenhaus von St.Maria mit angeschlossener Apotheke. Die anwesende Fachfrau oder Apothekerin sah zuerst etwas unverständnisvoll auf die Verletzung, doch nach einer kurzen Diskussion kam sie doch mit dem gewüschten Verbandsmaterial zurück. Das Verbinden der Wunde mussten wir allerdings selbst vornehmen,(ist in der Schweizer Notaufnahme vielleicht so üblich?) Barbara trugs mit Fassung, die Verletzung sah danach auch wieder ansehnlicher aus.
Barbaras Knie nach dem Sturz vom Vortag
Auf die Frage, weiter über die Berge, gabs für Barbara kein zurück, so steuerten wir auf den Umbrailpass zu und fuhren diesen sehr zügig nach oben. Nach einer Rast an einer Hütte auf Passhöhe bei Brotzeit und Cola und einer netten Diskusion mit Gleichgesinnten aus Südtirol gings dann weiter auf den Bocchetta di Forcola auf 2768 m mit herlichem Blick auf Ortler, Stilfserjoch und Umgebung. Barbara hilt weiter tapfer mit, wahrscheinlich war der Wundschmerz geringer als die Anstrengung. Die Abfahrt vom Bocchetta di Forcola über die Malga Forcola weiter zum Stausee Cancano war superschön, anstrengend, mit einigen kniffeligen Passagen und vielen Schotterwegen, aber ohne Probleme zu meistern.
Trail zur Bocceta di Forcola (anklicken zum vergrößern)
Am Lago Cancano war wieder einmal ein zufälliger Treffpunkt mit Bikern vom Fimberpass mit dem Ziel Bormio aber laut ihrer GPS-Vorgabe in die Aufwärtsrichtung, die wussten scheinbar nicht wo sie sind. Das Treffen mit der Gruppe 2 am Lago Cancano scheiterte am nicht vorhandenen Mobilfunknetz, also fuhren wir weiter nach dem Road Boock Richtung Bormio. Die berühmte Staubstrasse nach Bormio mit ihren vielen Serpentinen wurde Barbara dann doch noch einmal zum Verhängnis, in einer Linkskurve mit zuviel Vorderbremse gabs kein halten mehr auf dem Rad, Staubwolke war angesagt und ich dahin- ter nur mehr mit Mühe rechts vorbei. Dieter ging die Abfahrt natürlich schneller an, hatte seinen Spaß, wartete aber am Beginn der asphaltierten Strasse. Die Weiterfahrt auf der Strasse nach Bormio wurde noch einmal mit einem kleinen Aufreger versehen, als uns ein forscher Italiener an einer Engstelle bei Gegenverkehr überholen musste, streiften sich die beiden Aussenspiegel und flogen munter durch die Gegend.
Herber, Barbara und Dieter am höchsten Punkt (anklicken zum vergrößern)
Im Zentrum von Bormio gabs erst einmal Cappuccino zur Entspannung, nach einer kurzen Analyse der Tagesereignisse wurde Barbara das vorsichtigere Handling der Vorderbremse nahegelegt, die Sturzhäufigkeit ging danach sofort gegen Null. Die Gruppe 2 kam etwas später auch unversehrt im Hotel an. Der Rest des Abends war dann wie gewohnt gemütlich. Das Hotel in Bormio war ok, doch das Teuerste auf der ganzen Tour, besonders die Getränke.
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