Etappe 7: Madonna di Campiglio - Riva
25.7.2006
Endspurt zum Ziel
Stationen
Madonna
di Campiglio (1522 m) - Baita Val Brenta (1142 m) - Passo Bregn (1844
m) - Rif. Ghedina (1128 m) - Preore (30 m) - Zuclo (595 m) - Passo
Duron (1000 m) - Cavrasto (712 m) - Passo Ballino (763 m) - Hotel am
Tennosee (590 m) - Pranzo (458 m) - Riva (66 m)
Ca. 72 km bei ca. 1649 Hm
notwendiges Kartenmaterial: Kompass Karte Nr. 73 (Brenta) und Kompass Karte Nr. 101 (Rovereto - Pasubiuo)
Fotos vom Tag 7
Hinweis: Die Karte dient nur dem groben Überblick
Tourbericht
Was war das für ein Gegensatz
zum Tag zuvor. Das Frühstück reichhaltig, Wurst und Käsebuffet, Fruchtsaft,
Kaffee und Tee in beliebigen Mengen und äußerst freundliche Kellner. Auf unser
Nachfragen hin wurde uns auch sofort gestattet, Semmel für die Fahrt unterwegs
mitzunehmen. Und da heute außerdem der letzte Tag war, und manche den Gardasee
schon riechen konnten, fuhren wir alle mit einem Hochgefühl durch Madonna in
Richtung Bärenpass.
Am Lago val d Agola (anklicken)
Mit Herbert hatten wir
vereinbart, dass Talabwärts beide Gruppen gemeinsam fahren sollten und erst
beim Beginn des Anstieges zum Bärenpass sich die Gruppen trennen sollten. Die
Wegfindung durch Madonna war nicht schwierig, da Herbert diesen Teil ja vom
letzten Jahr her kannte. Einen Trail, hinab zur Cascata, ließ er bewusst aus
(da gab's wohl im letzten Jahr einen unsanften Sturz), wählte statt dessen eine
besser geeignete Alternative und so kamen wir relativ rasch bis auf rund 1100
Hm. Hier begann der Anstieg zum Pass und hier trennten sich dann auch die
beiden Gruppen. Da wir allerdings vom letzten Jahr her wussten, das die richtige
Wegfindung oben am Bärenpass etwas schwierig war, entschloss ich mich, Norbert
und Pankraz mit der Gruppe 1 mitzuschicken. Sie hatten die Aufgabe, oben am
Pass auf uns zu warten und uns dann den richtigen Weg für die Abfahrt zu
zeigen.
Ab hier beginnt der Trail zum Bärenpass (passo Bregn l Ors) (anklicken)
Die Auffahrt selbst, ein
breiter, gut zu fahrender Forstweg, zog bis zu einem kleinen See im oberen Teil
unspektakulär den Berg hoch. Ab besagtem See allerdings war Knochenarbeit
angesagt. Steile, unfahrbare Trails wechselten sich mit noch steileren
Almwiesen ab. Die letzten 300 Hm waren eine pure Schinderei. Auf halbem Weg kam
uns dann Pankraz entgegen, nahm Petras Rucksack auf den Rücken und schob
Annelieses Rad hoch. So hatten zumindest die Frauen eine gewisse Erleichterung.
Kurze Zeit später kamen wir dann am Bärenpass an. Eine wunderschöne, sanft
geneigte Almwiese mit meterhohem Gras und einen wunderschönen Ausblick auf die
zurückliegenden Brentahänge erwartete uns. Nach kurzer Rast fuhren wir einen
der vielen Trails (den 2. von links) weiter
in Richtung Malga Movlina. Ab hier wurde der Weg wieder breiter.
Am Bärenpass
Nach schneller Fahrt trafen wir dann wieder auf
Herbert, Barbara und Dieter von der Gruppe 1. Sie saßen auf halbem Weg ins Tal
im Albergo Brenta bei Pasta und Radler. Und so machten auch wir hier einen
kurzen Halt. Die weitere Abfahrt führte uns sehr schnell ins Tal der Sarca
hinab. Wir überquerten die Sarca bei Preore und nahmen den letzten größeren
Pass des heutigen Tages und damit auch der gesamten Tour in Angriff, den Passo
Duron. Ab Sarca Überquerung
waren hier noch mal rund 500 Hm auf asphaltierter Strasse zu bewältigen. Da uns
die Nachmittagshitze wieder voll erwischt hatte, gingen wir wieder zu unserer
„100 Hm Pausen-Strategie" über und erreichten so alle wohlbehalten die
Passhöhe. Ab hier kam mir dann alles wieder bekannt vor. Den Duron hatte ich in
den Jahren zuvor schon öfters mit dem Rennrad befahren, und so war die
Weiterfahrt über Fiave zum Passo Ballino eigentlich nur noch ein Heimspiel.
(Dem potentiellen Nachfahrer
sei gesagt, dass wir den Abzweig vor Fiave, der uns über einen Feldweg ohne
Höhenverlust zum Ballino bringen sollte, nicht fanden. Trotz genauestem Studium
des Roadbooks sind wir wohl am Weg vorbeigefahren)
Mit Gruppe 1 war schon zuvor
vereinbart worden, dass wir uns in Riva alle im Eiskaffee Flora treffen
wollten. Also nahmen wir bei der Abfahrt vom Passo Ballino ab dem Tennosee die
rechte Strasse über Pranzo und rasten in euphorischer Fahrt dem Gardasee
entgegen. Bei Erreichen des Floras kamen uns dann schon alle unsere Freunde
entgegen. Herbert, Barbara und Dieter waren schon vor uns eingetroffen. Bei
ihnen waren bereits unsere Freunde und Bekannten, die an diesem Tag mit den Autos von
Deutschland nach Riva gefahren waren, um mit uns die verbleibenden Tage in Riva
zu verbringen.
Am Tennosee (anklicken)
Der ein oder andere von uns
mag bei dieser turbulenten Begrüßung wohl eine Träne in den Augen gehabt haben.
Wir hatten es alle geschafft. Herbert und ich hatten unsere Gruppen
wohlbehalten und vollzählig bis Riva geführt. Wir hatten beinah alles erlebt,
was auf so einer Tour passieren kann. Stürze, Pannen, Regen und brutale Hitze,
empfehlenswerte Hotels aber auch Räuberhöhlen. Und nun war jeder von uns
glücklich über den erreichten Erfolg. Meine Strategie, in 2 unterschiedlich
starken Gruppen unabhängig voneinander zu fahren, hatte sich voll bewährt. Und
bereits noch während des Genusses des ersten Eisbechers im Flora wurde schon
über die Routenführung der nächstjährigen Transalp diskutiert. Aber das ist
wieder eine ganz neue Geschichte.....