Streckenlänge: ca. 34 km bei ca. 1480Hm
Am Morgen des 2. Tages
herrschte eine gespannte Stimmung beim Frühstückstisch. Jeder wartete auf eine
Aussage von Norbert, wie es bei ihm weitergehen würde. Abbruch der Tour oder
Weiterfahren. Weiterfahren war aus meiner Sicht nur möglich, wenn sich bei ihm
über Nacht die notwendige Regeneration des Körpers eingestellt haben sollte. Beim Frühstück
machte er uns dann allen einen, auch im Nachhinein gesehen sehr vernünftigen
Vorschlag. Er hatte wohl über Nacht eingesehen, dass ein Weiterfahren in Gruppe
1 nicht in Frage kommen würde. Er wollte aber mit uns in Gruppe 2 bis Ischgl
fahren und abhängig von seinem körperlichen Zustand während dieses
Etappenabschnittes in Ischgl entscheiden, ob er weiterfahren würde oder die
Tour in Ischgl beenden würde.
Auffahrt zum nicht mehr vorhanden Ghs. Almstüberl (anklicken)
Das klang für alle sehr
vernünftig und so setzten wir uns alle nach dem Frühstück auf die Räder.
Bereits 100 m nach unserem Nachtquartier
trennten sich die Wege der beiden Gruppen. Während Herbert mit seinen verbliebenen
2 Mitstreitern den Weg abwärts ins Tal nahm, mussten ich mit meinen Leuten
weiter den Berg hochfahren, bis dann nach rund 300 Hm auch wir ins Tal abfahren
konnten. Ab dem (virtuellen) Berggasthof Almstüberl, der nur noch auf Uli
Stancius Transalp CD existiert, ging dann ein zunächst schwierig, später
überhaupt nicht mehr zu fahrender Trail los. Zunächst ging es auf einem äußerst
schmalen Trail sehr kurvig durch eine verkraute, hängende Wiesen- und
Waldlandschaft, bis der Trail dann immer steiler, verblockter und damit auch
für uns unfahrbarer wurde.
Trail vom Almstüberl nach See (anklicken)
Hier ereignete sich der erste
schwere Sturz in unserer Gruppe, Petra kam in einer Kurve vom schmalen Pfad ab
und stürzte den Hang hinunter. Sie konnte sich jedoch noch an den krautigen
Stauden festhalten und damit ein weiteres Hinabfallen in die Tiefe verhindern. Geschockt
von diesem Ereignis wurden dann die weiteren Passagen des Trails nur noch
schiebend bewältigt.
Trail nach See (anklicken)
Kurz vor Erreichen der ersten Häuser eines Weilers Namens
Frödenegg ging der Pfad dann in eine gut fahrbare, geteerte Strasse über, die
uns hinab ins Paznauntal nach See. Hier mussten wir dann kurze Zeit die
Hauptstrasse benutzen, bis wir dann vor Kappl auf Nebenwege uns Forststrassen
ausweichen konnten. In Ischgl wurde dann einer der vielen Supermärkte gestürmt
und unsere Lebensmittel- und Trinkvorräte ergänzt, um danach den langen und
steilen Weg hoch zur Bodenalpe anzugehen. Hier setzte sich Dieter sehr rasch
von uns ab und fuhr allein die rund 600 Hm hinauf zur Bodenalpe. Der Rest der Gruppe
quälte sich bei glühender Hitze die steilen Rampen hoch, machte alle 100 Hm
eine kurze Pause und fuhr dann wieder weiter. Als wir am frühen Nachmittag
endlich unser Etappenziel erreichten, saß Dieter bereits beim 2. Bier und hatte
bereits den Tisch für uns anderen reserviert. Kaffee, Kuchen und Radler
verhalfen uns sehr schnell zum Wiedererlangen unserer Kräfte und zur Beruhigung
von uns allen kam dann noch ein Anruf von Barbara, die in Ischgl in einem Cafe
eine Pause eingelegt hatte. Gruppe 1 war ohne größere Probleme (bis auf einen
„Umfaller" von Barbara selbst) über die Verwallgruppe bis Ischgl gelangt. Und
kurze Zeit später erreichten auch sie ihr Etappenziel auf der Bodenalpe.
Beim Abendessen erklärte uns
dann zu unserer Überraschung Pankraz, dass er am nächsten Tag die Gruppe
wechseln würde und bei uns in Gruppe 2 weiterfahren wolle. Damit wären in
Gruppe 1 nur noch Barbara und Herbert gewesen. Eigentlich zu wenig Teilnehmer
um im Notfall Hilfe und gleichzeitig Betreuung zu leisten. Nach lebhafter
Diskussion entschloss sich deshalb Dieter, statt Pankraz in Gruppe 1
weiterzufahren.
Das Gasthaus
Almstüberl gibt es nicht mehr. Demzufolge sind auch alle Wegweiser und
Hinweisschilder auf den Wegen entfernt worden. Allerdings kann man mit
dem Roadbook der Transalp CD relativ gut den richtigen Weg finden.
Sehr kurze Etappe, vom Almstüberl hinab nach Frödenegg ein technisch sehr schwieriger Trail -> Schieben.
Ansonsten keine techn. Schwierigkeiten, jedoch sehr steiler Schlußanstieg von Ischgl zur Bodenalpe