Der erste Tag beginnt für beide Gruppen mit einer gemütlichen, langen
Einrollphase. Von Grainau aus geht es für beide Gruppen am Radweg
entlang der Loisach nach Ehrwald. Der Weg steigt hier auf einer Strecke
von rund 20 km nur um rund 200 Hm an. Als kleine Einlage gäbe es die
Möglichkeit, kurz hinter dem ehemaligen Zollamt links durch ein Tunnel
die Eisenbahn zu unterqueren und dann auf einen schönen Waldweg nach
Ehrwald zu fahren. Dieser Trail ist in einer der Mosertouren (Band
5—Tour 33) beschrieben.
Grainau
(740 m) - Griesen (840 m) - Ehrwald (994 m) - Römerstrasse zum Fernpass
(1216 m) - Abzweig ins Tegestal (875 m) - Nasserreith (839 m) -Tarrenz
(836 m) - Imst (827 m) - Landeck (817 m) - Tobadill (1138 m)
Streckenlänge: ca. 76 km bei ca. 1550 Hm
Streckenbeschreibung
Gemeinsam führt der Weg auch noch hoch über den Fernpass. Auch dieser
Anstieg via Römerstrasse birgt noch keine unüberwindbaren
Schwierigkeiten. Ein Teil von uns kennt diesen Wegabschnitt ja bereits,
wir sind die Römerstrasse über den Fernpass im Jahre 2004 bei einer der
Tagestouren bereits gefahren. Ein bischen tricky ist es, am Ortsende
von Ehrwald den Einstieg in die alte Römerstrasse zu finden. Ich habe
in Erinnerung, das der Einstieg direkt nach Überfahren der letzten
Brücke über einen Bach sehr steil links hoch ging. Ab hier zieht sich
dieser wunderschön zu fahrende Schotterweg immer abseits der
Bundesstrasse am Hang entlang. Kurze steile Rampen wechseln sich ab mit
flacheren Stücke. Schwierig wird dann im weiteren Verlauf nur die
Überquerung der Bundesstrasse aufgrund des Verkehrausfkommens. Bei der
Abfahrt vom Fernpass teilen sich die Routen der beiden Gruppen.
Tourbericht Gruppe 2
Das Wetter meinte es fast zu
gut mit uns. 38 Grad waren für den ersten Etappentag gemeldet. Und das im
Schatten. Und Schatten hatten wir auf den wenigsten Abschnitten dieses Tages.
Die meisten Teilnehmer unserer beiden Gruppen gaben an, die Nacht zuvor
schlecht geschlafen zu haben. Die Nervosität vor dem Unbekannten war ihnen anzumerken, noch dazu, da es für viele
(Anneliese, Petra, Norbert) der erste Transalp überhaupt war. Nach dem
Zusammenbau unserer Räder startete
zunächst die Gruppe 1 mit Herbert, Barbara, Pankraz und Norbert. Ich hatte auf
unterschiedliche Startzeiten für die beiden Gruppen gedrängt, da ich verhindern
wollte, dass die Mitglieder der 2. Gruppe sich von Gruppe 1 „mitreißen" lassen.
Beginn des Römerwegs hinter Ehrwald (anklicken zum Vergrößern)
Also fuhr ich mit meinen 3
Mitstreitern (Anneliese, Petra und Dieter)
5 Minuten später los. Der Radweg von Grainau nach Ehrwald war uns allen
von früheren Touren bereits bekannt. Wenig anstrengend, gut geeignet zum warm
werden, ging es bis Ehrwald. Am Ortsende von Ehrwald bogen wir auf den neu
hergerichteten Römerweg ein. Einige kurze aber sehr steile Rampen zwangen uns
hier bereits zu ersten Schiebeeinsätzen der Räder. Der Weg ist hier im unteren
Teil von seiner Beschaffenheit noch sehr gut. Dies änderte sich aber schlagartig
nach Überqueren der Bundesstrasse und bei der späteren Abfahrt nach
Nasserreith. Hier war übelster grober und loser Schotter gepaart mit sehr steilen Abschnitten zu
bewältigen. Bereits hier zeigten sich deutliche Unterschiede beim Fahrkönnen der
Teilnehmer. Während einige diese Abschnitte elegant und schnell fahrend bewältigten
entschied sich der ein oder andere, hier eine Schiebepassage einzulegen.
Vorbei am Weissensee führt der Römerweg zum Fernpass hoch (anklicken zum vergrößern)
Trotzdem ging alles ohne
Stürze über die Bühne und sehr schnell war dann auch Nasserreith erreicht. Dank
genauem Roadbookstudiums konnten wir sehr
schnell den Einstieg zum nächsten Streckenabschnitt finden, die Fahrt entlang
des Gurgelbaches bis Imst. Generell sollte hier vermerkt sein, dass das
Roadbook der Transalp-CD bis hier absolut stimmte und uns immer zweifelsfrei in
die richtige Richtung führte. Dies
änderte sich jedoch kurze Zeit später, als wir in Imst in den Inntal Radweg
einbogen. Kurz vor Erreichen von Starkenbach verloren wir in einem Gewirr von
Autobahn -Untertunnelungen die Übersicht und damit auch den richtigen Weg.
Noch heute sichtbar: alte Wagenspuren der Römer bei der Abfahrt nach Nasserreith
Nachdem wir diese kritische
Passage 2 x abgefahren und jeder von uns das Roadbook von Uli Stanciu mehrmals
gelesen hatte und trotzdem niemand sicher wusste, wie es weitergehen sollte,
beschlossen wir, bis Landeck auf der Bundesstrasse weiterzufahren. Landeck
selbst war hier nur rund 7..8 km entfernt, und so gelangten wir relativ schnell
zu dem Abzweig, der uns nach Tobadill führte. Hier mussten wir noch einmal bei
glühender Hitze 300 z.T. steile Höhenmeter überwinden, bis wir endlich
abgekämpft unser Etappenziel erreichten.
Kurz vor Erreichen des
Gasthofes schockte mich dann jedoch ein Handy-Anruf der Gruppe 1. Barbara
berichte mir, dass Norbert (wohl aufgrund der Hitze) einen Zusammenbruch
erlitten hatte und nicht mehr in der Lage war, weiterzufahren. Auf alle Fälle lief es uns plötzlich eiskalt
den Buckel runter, als wir diese Nachricht bekamen und ab diesem Zeitpunkt war
auch bei allen von uns eine gedrückte Stimmung zu verspüren. Erst kurz vor
21:00 Uhr kam dann die Gruppe 1 mit Norbert in Tobadill und erzählte uns von den Ereignissen des 1.
Tages.
Mehr Infos dazu aber im
Tourbericht von Herbert.
Wir saßen noch eine ganze
Weile gemütlich bei Bier und Rotwein zusammen und diskutierten über die
Erlebnisse des ersten Tages.
Schwierigkeiten
Einige
Passagen des Römerweges sind nach Überqueren der Bundesstrasse steil
und schottrig --> evt. Schieben, ansonsten keine technisch
schwierigen Stellen. Jedoch
sollte man die Länge der Etappe verbunden mit dem letzten Anstieg (350
Hm) von Landeck hoch nach Tobadill in Summe nicht unterschätzen.